Katholische Kirche Stella Maris

Schlichter Bau mit kunsthistorischem Schatz

Lange haben die Rüganer sich gegen das Christentum gewehrt, und heute noch werden heidnische Feste begangen. Dennoch besitzen auch Katholiken im Ostseebad Binz eine eigene Pfarrei. Passend für einen Ort am Meer und auch, damit die gläubigen Seelen nicht verloren gehen, haben sie diese der Stella Maris geweiht – der Mutter Gottes, die als Stern über dem Meer erscheint. Die Katholische Kirche Stella Maris gilt als die Nördlichste im Erzbistum Berlin. Ab 1924 gab es in Binz ein katholisches Ferienheim für Kinder. Die ozonhaltige Seeluft galt damals wie heute als natürliches Heilmittel erster Güte. Der Wiener Professor Wilhelm Bong hatte es gegründet, obwohl es in Binz nur eine einzige Familie gab, die der katholischen Religion zugehörig war. Für katholische Feriengäste hielten im Sommer so genannte „Urlaubspriester“ die Gottesdienste ab. Als das KdF-Bad in Prora von den Nationalsozialisten gebaut wurde, kamen auch polnische Zwangsarbeiter nach Binz, die die Katholische Kirchengemeinde bereicherten. Später suchten Vertriebene aus dem Sudetenland und Ostpreußen spirituellen Beistand in der Kirche Stella Maris. Die Kirche selber ist ein schlichter langgestreckter Flachbau ohne architektonische Besonderheiten. Doch 1997 wurde die Marienfigur eines italienischen Meisters von Ende des 19. Jahrhunderts wieder im Altarraum aufgestellt. Die Erweiterung der Kapelle um einen schönen Anbau erfolgte 2011. Jeden Sonntag um 11 Uhr findet die Heilige Messe statt.

Katholische Kirche Stella Maris

Klünderberg 2
18609 Ostseebad Binz